Aktuell

1. August - denken wir an unsere Werte

An der Festrede vom 01. Augusts 2022 in Hildisrieden bei der St. Antonius Kapelle sprach Kantonsrätin Rosy Schmid. Sie regte zu Gedanken unserer Werte, zu Höhen und Tiefen und zur Bewältigung von Herausforderungen an. Ebenfalls zeigte sie Gedanken zum aktuellen Thema der Finanzierung der Kaserne unserer Schweizer Garde.

Unser Nationalfeiertag, der 1. August, ein Ehrentag für uns alle und ganz besonders für unsere Vorfahren. 731 Jahre hielt das Bündnis, welches im 1291 begann.
Jetzt ist es unsere Aufgabe und Verantwortung, dieses weiter gedeihen zu lassen. Es gibt nur sehr wenige Länder, die auf so viele Jahre zurückschauen können. Natürlich war dies nicht immer in grösster Harmonie. Es gab viele Höhen und Tiefen, Hürden zu überwinden, sich zusammenraufen, das Gemeinsame und nicht das Trennende suchen, lernen mit Veränderungen umzugehen und Anpassungen gemeinsam zu meistern! Dies ist bis heute so.
Eine aktuelle Frage, die für mich im Spannungsfeld von diesen Werten steht, zwischen Tradition – Kultur – Solidarität und Zukunft, ist die aktuelle Diskussion rund um Finanzierung der Sanierung der Kaserne der Schweizergarde im Vatikan, ein Beitrag vom Kanton Luzern in der Höhe von 400 000.00.
Im 2016 wurde aus verschiedenen Kreisen die Stiftung zur Sanierung der Kaserne für die Schweizergarde im Vatikan gegründet.
Die Kasernensanierung sammelt 50 Millionen um die z.T. baufälligen Elemente zu erneuern und den Schweizergardisten ein zeitgemässes zu Hause zu bieten, in dem auch die Familien der Gardisten Platz haben sollen. Die Kaserne ist in sehr schlechtem baulichen Zustand. Die Stiftung sucht überall Spenden, bei Firmen und Privaten, bei kirchlichen Institutionen und Organisationen, und auch beim Bund und den Kantonen. Der Vatikan leistet einen Beitrag von Fr. 8 Mio. Bisher werden nur Katholiken als Gardisten aufgenommen und es versteht sich somit, dass die reformierten Kantone eher ablehnten und die katholischen einer Spende zustimmten.
Der Bund hat auch 5 Mio. gesprochen.
Dieses Geschäft kam im Kanton Luzern vor den Kantonsrat, da es für den Kanton keine Gesetzesgrundlage für diesen Beitrag gibt. Mit einer bürgerlichen Mehrheit wurde der Spende von Fr. 400 000.—, sprich Fr. 1.00 pro Kopf, aus Staatsmitteln zugestimmt. Dieser Beitrag wurde als Investition in Tradition und Solidarität gesehen. Daraufhin ist das Referendum der Freidenker, SP und GLP zustande gekommen – und deshalb können wir am 25.09.2022 abstimmen.
Für mich ist diese Frage eine typische Frage der heutigen Zeit. Wir stehen zwischen Werten von Tradition, Veränderung und Zukunft. Die Schweizer Garde steht für 500-Jahre-Tradition, dazu den Schweizer Eigenschaften wie Mut, Einsatz, Kampf, Heldentum, Wertschätzung, Loyalität. Die Garde strahlt weltweit aus, und manch ein Land beneidet uns darum. Und nebst Roger Federer sind diese Männer wohl die meistfotografierten Schweizer. Man kann lesen, dass die Garde durch die Disziplin, den kirchlichen Geist, der Diskretion und der ernsten aber heiteren Professionalität, mit der sie jeden Tag den Dienst erfüllt, beeindruckt. Dieses Image bringt der Schweiz viel Wohlwollen.
Auf der anderen Seite dürfte man meinen, dass der Kirchenstaat Vatikan diese Mittel selber hat und somit die schon längst fällige Sanierung selber finanzieren könnte.
Auch ich habe auf den ersten Blick die Stirn gerunzelt und gedacht, was sollen wir den Vatikan finanziell unterstützen? Der Vatikan ist in meinen Augen wenig transparent und die Vatikanbank noch weniger. Und warum die Schweizer für den Erhalt der Kaserne, welche dem Vatikan gehört, zuständig ist, ist auch nicht klar.
Auf der anderen Seite haben gerade wir Luzerner viele Mitbürger, die den Dienst in der Garde leisten und geleistet haben. Die Tradition, die Stärke, die die Schweizer Garde weltweit ausstrahlt, kann kaum mit anderem kompensiert werden. Und wenn doch, dann wäre auch das nicht gratis!
Es gibt also einige Gründe für ein Ja zur Spende, und wenn wir zusätzlich bedenken, dass wir mit unseren Steuergeldern für einen Standardgerechten Aufenthalt, Ausbildung und Gesundheitsversorgung für Fremde sorgen, sollten uns unsere eigenen Leute doch mindestens gleich viel Wert sein.
01.08.2022

Jetzt teilen:

Weitere Beiträge

18.10.2022

Rosy Schmid fordert eine Vereinfachung des Reklamebewilligungsverfahrens

Die Bewilligungsverfahren für Reklamewerbung unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde und sind zu wenig transparent. FDP-Kantonsrätin Rosy Schmid (Hildisrieden) fordert von der Regierung, dass die Vorgaben für das Bewilligungsverfahren sowie für eine bewilligungsfreie Grösse überprüft werden. Die Verfahren sollen einfacher, einheitlicher und bürgernaher gestaltet werden.

Mehr erfahren
17.10.2022

Schätzen wir, was wir haben? Massentierhaltungsinitiative

Diese Initiative kommt für mich etwas quer daher. Es wird suggeriert, dass die ganze Landwirtschaft eine Massentierhaltung hat, dies im negativen Sinn. Sie sei herzlos, die Tiere würden nicht tiergerecht gehalten und die daraus gewonnenen Produkte seien für uns Schweizer von minderer Qualität.

Mehr erfahren
27.07.2022

Den sorgsamen Weg weitergehen!

Agrarinitiativen - Warum sollen wir zu unserer eigenen Produktion von Lebensmitteln Sorge tragen? Unsere Landwirtschaft versorgt uns täglich mit zahlreichen, wertvollen Lebensmitteln. Sie passt sich Marktveränderungen an und ist weltweit in vielen Bereichen vorbildlich!

Mehr erfahren