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Vaterschaftsurlaub - Könnte man nicht einmal zufrieden sein?

Etwas vom Schönsten ist wohl die Geburt eines Kindes. Damit beginnt für neugebackene Eltern ein etwas anderes Leben, und dies kann mitunter auch ganz schön streng sein. Nun soll für die Väter, neben dem vor einigen Jahren eingeführten bezahlten Mutterschafturlaub, ein 2-wöchiger bezahlter Vaterschaftsurlaub eingeführt werden. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger können am 27.09.2020 darüber abstimmen. Diese Zusatzferien sind nicht gratis, sie sollen über zusätzliche Lohnabzüge und Arbeitgeberbeiträge finanziert werden.

Viele Bürger wünschen sich einen solchen Vaterschaftsurlaub, aber auch viele sind besorgt und meinen, dass er nicht nötig ist, dass Väter auch von ihren normalen Anspruch Ferien nehmen könnten und wir es mit dem Sozialstaat nicht auf die Spitze treiben sollten. Sie finden, dass wir doch über alles gesehen, sehr gute Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen haben. Es ist noch nicht so lange her, da hatten wir zum Beispiel in einigen Branchen eine maximale wöchentliche Arbeitszeit von 57 Std., eine 5 ½ Tage Woche, 3 Wochen Ferien im Jahr und nur einige wenige bezahlte Feiertage. Heute haben wir Ferien von 4, 5 oder 6 Wochen, in der Regel zwischen 10 – 17 bezahlte Feiertage, sehr gute Sozialversicherungen, den 14-wöchigen, bezahlten Mutterschaftsurlaub, arbeiten nur noch zwischen 40 – 45 Stunden je Woche und haben ansprechende Anstellungsbedingungen. Sollten wir da nicht zufrieden sein? Ich lehne diese Initiative deshalb ab.

Hildisrieden, 08.09.2020
Rosy Schmid

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