Aktuell

Wo bleibt die Kirche?

Täglich hören wir von zahlreichen Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus und zur Lockerung der engsten Vorgaben. Nur für und von der Kirche hört man kaum etwas. Aufgrund der Vorgaben des Bundes ist es zum Teil nicht einmal mehr möglich, die engsten Angehörigen vor ihrem Tod noch zu besuchen und zu betreuen. Das ist sehr hart.

Erfreulich, dass die Bischofskonferenz sich bemerkbar macht und ein Konzept für die Gottesdienste beim Bund einreichte. Man hatte schon fast das Gefühl gehabt, die Kirchen seien vergessen gegangen. Es ist für die Glaubensgemeinschaft sehr wichtig, dass Gottesdienste und Rituale stattfinden können. Dafür müssen entsprechende Auflagen eingehalten werden, das ist klar und das ist auch möglich. Ganz besonders schmerzhaft ist es, wenn einem lieben Verstorbenen die letzte Ehre nicht erwiesen werden kann, wegen «Corona». Dies braucht ein besonderes Augenmerk. Es ist wichtig für uns Menschen, dass wir uns von unseren Mitmenschen, die die letzte Reise angetreten haben, verabschieden können. Die Trauer muss gelebt werden. Nicht alle Mitmenschen haben hier die gleichen Vorstellungen. Für jene jedoch, die die traditionellen Rituale schätzen und leben, ist es sehr wichtig, dies tun zu können. Oft haben dies die Verstorbenen so gewünscht. Man muss bedenken, dass die meisten der Verstorbenen vor ihrer letzten Reise krank, im Spital oder Altersheim waren, und dort nicht besucht werden durften. Das fordert und ist für die Betroffenen sehr hart. Ich hoffe, dass nun bald konkret mitgeteilt wird, wie Abdankungen und Beerdigungen stattfinden können, ohne nahestehende Personen auszuschliessen.
Hildisrieden, 28.04.2020
Rosy Schmid

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